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„Rainald Grebe etwa – der Mann mit dem Apachenlook, dessen gesungene Hommage an Dörte oder das Schlaflied über Magersucht die subversive Kraft des Humors beschwor. Hier steht ein Ururenkel des Dadaismus auf der Bühne, ein kluger Kindskopf, der sämtliche Erwartungen bricht.“ Kölner Stadtanzeiger im Oktober 2004 „ ..und Rainald Grebe erstürmte regelrecht den Saal mit rasanten, wahnsinnigen Pianonummern wie ‚Hymne an Popel Peter’ oder der ‚Ballade vom Apachenjungen Lukas’. “ Kölnische Rundschau im Oktober 2004 „Für viele Besucher der Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Rainald Grebe. Er glänzte mit einem mimisch, musikalisch und textlich umwerfenden Vortrag, der die Zuschauer zu Beifallsstürmen hinriss.“ Aachener Zeitung im Oktober 2004 „Rainald Grebe ... verblüffte das Publikum mit einer 10-Minuten-Darbietung, die wohl zum Besten gehört, was je im Universum über die Bühne ging. ... Kurios und wirr geht es bei Grebe zu, und doch textet und singt sich der Thüringer ganz oben in die Comedy-Hitparade.“ Neue Westfälische Zeitung im September 2004 „Doch gegen die Lichtgestalt des Abends kam auch er nicht an: Rainald Grebe. Vom schwerst neutralen Moderator Nuhr schon begeistert mit den Worten "er ist ein bisschen der Rilke des Abends" und "er ist nicht ganz dicht!" angekündigt, sang der berufene Patriot nicht nur die Landeshymne seiner Heimat Thüringen, er nahm sich auch selbstlos sozialer Probleme an: "Dörte, du bist der Ausweg aus der Spaßgesellschaft". Mit seinem Schlaflied über Magersucht, "Pia, du bist so dünn wie ein Dia", eroberte er endgültig die Herzen des Publikums. Nach dem Erhalt des Schecks aus den Händen der Jury-Vorsitzenden Marie-Luise Marjan erhöhte er sein Angebot an die Berliner Makler von 400 auf 600 Euro. “ Berliner Morgenpost im Juli 2004 Limbo-Republik Deutschland Der Schauspieler Rainald Grebe war Puppenspieler. Nun ist er Berlins Comedy-Hoffnung, von Dirk Krampitz Am Gemüsestand kaufte Rainald Grebe seine Hauptdarsteller: Sellerie und Salat. Für die Aufnahmeprüfung an der renommierten Ernst-Busch-Schule für Schauspielkunst hatte sich der Bewerber ein Stück von Eugène Ionesco ausgesucht. Er wollte dessen existentielle Problematik des Menschen anhand einer Gemüsegroteske zeigen. Jeder, aber auch wirklich jeder, der die Ernst-Busch-Schule auch nur ein bißchen kennt, hätte dem damals 22 jährigen Spaßvogel davon abgeraten. Schließlich ist die Schauspielschmiede spätestens seit Andres Veiels Dokumentation "Die Spielwütigen" nicht gerade als Spaß-Dorado bekannt.
Doch Grebe war jung, naiv und völlig ohne Versagensangst. Er war bei der Prüfung gelandet, "weil ich auf irgendeine Kunsthochschule, egal welche, gehen wollte". Die Abteilung "Puppenspiel" war begeistert von Grebes ungewöhnlicher Darbietung. Die Anekdote seines Karrierebeginns könnte auch eine von Rainald Grebes guten, aber wenig wahren Geschichten sein - doch der Wahlberliner schwört, sie sei wirklich nicht erfunden. "Ich wollte das Studium immer ernst nehmen, aber es ist mir nie gelungen", sagt der inzwischen 34jährige. Darum legte er die Puppen bald nach Erwerb des Diploms im Jahr 1997 in die Kiste.
Er trat regelmäßig im Hamburger "Quatsch Comedy Club" auf. Nach drei Jahren ging er 2000 als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur fest ans Jenaer Theaterhaus. Er spielte in Büchners "Woyzeck", in Brechts "Baal" und in Hebbels "Die Nibelungen". Doch nach vier intensiven Jahren verordnete er sich ein Jahr Theaterpause. Seitdem füllt er seine Zeit mit "touren und tingeln" über Comedy-Bühnen. Ganz nebenbei wurde er seitdem zum Comedy-Shooting-Star. 2003 erhielt er den "Prix Pantheon". In der Laudatio hieß es über seine Lieder: "Sie treiben außerhalb der Dreimeilenzone. Fernab von allen sattsam bekannten Fahrrinnen entdecken sie im Alltäglichen das Wunderbare, im Vertrauten das Absurde und die Tragik in der Spaßgesellschaft." Und so reimt er in seinem Lied über "Miriam" aus Marzahn: "Deine Lippen waren rauh wie Plattenbau". Mit Zeilen wie dieser gewann der Comedy-Liedersänger beim Kleinkunstfestival des Theaters "Die Wühlmäuse" im vergangenen Jahr den ersten Platz. Und gerade erst bekam er auch noch den zum ersten Mal vergebenen "Jan-Wesemann-Preis für Ereignisproduzenten". Kein Wunder also, daß die "Bar jeder Vernunft" ihm sogar ihr Spiegelzelt am Montag zur Bespielung überließ - und zwar für ein ganzes Jahr. Doch selbst das lastet den umtriebigen Grebe nicht aus. Demnächst erscheint sein erster Roman "Global Fish", nach Selbsteinschätzung "eine Art Ulysses für Arme". Außerdem feiert er am Mittwoch Premiere im "Quatsch Comedy Club" mit seinem Programm "Limbo - die Vorhölle der Unterhaltung". Rainald Grebe und sein Puppenspielkollege René Marik haben sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Modetanzes der 60er Jahre gemacht: den Limbo. Eigentlich ist es mehr Kraftsport als Tanz. Der Tänzer beugt sich rückwärts und schiebt sich unter einer - manchmal brennenden - Querstange hindurch. Nach jedem gelungenen Durchgang wird der Stab ein Stück tiefer gelegt.
"Der Limbo - zu deutsch: Vorhölle - war ursprünglich ein afrikanischer Totentanz. Heute wird er nur noch in wenigen Autohäusern und auf Kinderfesten praktiziert", doziert Grebe über das Verkommen zur reinen Show-Performance. In diesem pseudowissenschaftlichen Stil trägt er auch auf der Bühne vor. Grebe und Marik tragen viel zu kleine Limbo-Kostüme und zeigen bei befreundeten Super-8-Film-Fetischisten geliehene Limbo-Filme. "Eigentlich sollte es nur eine einfache Nummernrevue werden, nun ist es ein Theaterstück geworden", sagt Grebe. Er will vom Aufstieg und Fall der Bundesrepublik als Wirtschaftswunderland erzählen, und zwar am Beispiel des Limbos. Hoffentlich rät ihm niemand davon ab. Welt am Sonntag vom 17. April 2005 Der Wahl-Berliner Comedian und Liedersänger Reinald Grebe wird im Bereich Musik für sein "Abschiedskonzert" geehrt, in dem er "Songs voller Widersprüche und Widerhaken, gespickt mit ein wenig Tücke" präsentiere. Die jeweils mit 2500 Euro dotierten Preise sollen am 9. Oktober auf der Leipziger Lachmesse verliehen werden. Die Ehrung wurde 1999 gemeinsam mit der Lachmesse und dem ostdeutschen Satiremagazin "Eulenspiegel" ins Leben gerufen. Märkische Oderzeitung vom 4. August 2005 Zu Rainald Grebes Vorbildern gehört neben dem Schriftsteller James Joyce, dem Historiker Theodor Mommsen auch Dieter Thomas Heck. Denn eines weiß der Shootingstar der Kleinkunstszene: "Wer lange oben ist, muß gut sein!" Folgerichtig hat der Liedersänger, Autor und Schauspieler aus Köln sein erstes Programm "Abschiedskonzert" genannt. Nun ging es richtig los: Mit seiner neugegründeten Band zelebriert der Wahlberliner eine anarchisch-skurrile Bühnenperformance mit musikalischen Überraschungsgästen. Unter dem schlichten Titel "Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung" beschwört der Mann im Apachenkostüm die subversive Kraft des Humors, beispielsweise mit seiner Hommage an Dörte, der "Hymne an Popel Peter" oder seinem Schlaflied über die Magersucht. Songs mit Weisheiten voller Widerhaken. So knapp und lapidar wie Grebes Autobiographie: "Ich wurde im letzten Jahrhundert geboren und sterbe in diesem." Berliner Morgenpost vom 25. 8 .2005
Kabarett: Anarchistischer Entertainer Eigentlich kommt er aus Köln. Aber die Berliner haben Rainald Grebe längst adoptiert. Der Dramaturg, Schauspieler und Liedermacher wurde für seine Kabarett-Programme im vergangenen Jahr mit Preisen überhäuft. In seinen Liedern entdeckt man das Wunderbare im Alltäglichen, das Absurde im Vertrauten und die Tragik der Spaßgesellschaft. Mit seiner Kapelle der Versöhnung und seinem skurril-anarchistischen Bühnenprogramm ist Grebe heute mal wieder in der Bar jeder Vernunft zu erleben. Vorsicht, Humor! Berliner Morgenpost vom 31. Oktober 2005
Lieder voller Widerhaken Als Rainald Grebe im Sommer 2004 den Publikums- und den Jurypreis des Kleinkunstfestivals der Wühlmäuse gewann, erhielt er neben zwei Maustrophäen auch einen Scheck. Prompt erhöhte er sein Angebot an die Berliner Makler von 400 auf 600 Euro für eine Vier-Zimmer-Wohnung mit Seeblick. Heute weiß er: "Ich würde nie wieder so eine Wohnung suchen. Das hat keiner ernst genommen!" Gemeldet haben sich gerade mal ein Makler und einer, der mitwohnen wollte. Grebe allerdings fand erst sechs Monate später eine Drei-Zimmer-Wohnung in Mitte. Nach seinem sensationellen Doppelsieg auf dem kabarettistischen Parkett glaubte alle Welt, der Wahlberliner sei Thüringer, weil er mit einer schrägen Landeshymne begeistert hatte. Dabei kommt der 34jährige aus Köln. Dort hielt ihn aber nach dem Abitur nichts mehr: "Ich war 20, wollte weg aus Westdeutschland und rein in den Osten, Neuland erkunden und reisen." Grebe studierte ein bisschen Russisch und machte sich auf nach Bulgarien. Dabei war er schon damals, Anfang der Neunziger, der absolute Publikumsliebling im neu gegründeten Hamburger Quatsch Comedy Club. "Als es dann mit dem Fernsehen losging, hat man zu mir gesagt: Bleib bei deiner Figur! Das war mir zu eindimensional." Statt dessen studierte Grebe an der Ernst-Busch-Hochschule Puppenspiel. Mittlerweile ist er in allen Bühnendisziplinen ein As. Gerade hat er in Halle "Der rote Ritter" inszeniert. Davor arbeitete er fünf Jahre als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur am Theaterhaus Jena. Als er ging, kreierte er sein Programm "Abschiedskonzert", das gleichzeitig sein erstes abendfüllendes Solo war und den Grenzgänger, der nicht unbedingt in die Kleinkunst-Schublade gesteckt werden will, schlagartig bekannt machte. Allein schon deshalb, weil er überall mit nacktem Oberkörper und seinem Indianerschmuck aus Kinderzeiten auftauchte. Doch es sind auch seine subversiven Songs wie "Wortkarger Wolfram" oder "Die Herkunft der Zimtlatschen", die immer wieder begeistern. Ich werfe den Federschmuck im Sommer in die Ecke. Jetzt habe ich meine kleine „Kapelle der Versöhnung“, so der Wahlberliner über sein neuestes Projekt. Zudem ist das Multitalent unter die Schriftsteller gegangen: "Global Fish" (S. Fischer Verlag, Frankfurt) hat er 1995 angefangen und 2001 beendet. "Eigentlich ein Jugendwerk, das jetzt erscheint", witzelt er ein wenig bescheiden. Dafür findet sein Kollege Jess Jochimsen, es sei "das großartigste, verstörteste, komischste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe." Berliner Morgenpost vom 30. Januar 2006
Reinald Grebes "Volksmusik" am Lagerfeuer Es ist stockfinster und die Grillen zirpen. Wir erleben einen Abend im Zeichen der "Volksmusik". Rainald Grebe und seine beiden musikalischen Gefährten, die Kapelle der Versöhnung, haben sich im Sommer umgehört an den Lagerfeuern Europas. Und verarbeiten in ihrem neuen Musik-Comedy-Kabarett-Programm in der Bar jeder Vernunft nun alles, was da zur Klampfe gesungen oder mitgegrölt wurde, zu einem dadaistischen Etwas: von "In einem kühlen Grunde" über "Killing Me Softly" bis zu "Stairway To Heaven". Der Kanon-Klassiker "Hejo, spann den Wagen an" mit dem Premierenpublikum klappt so gut, dass Grebe aufkommende Sentimentalität auf seine eigene, melancholisch bis rabiate Art im Keim ersticken muss. "Wieder einer tot vom Konsum-Brot", reimt er auf den Kanon. Erneut so eine Attacke auf die Ossis. Dabei hat der Berliner mit Kölner Wurzeln gerade erst mit seinem brachialen "Brandenburg"-Lied und dem Refrain "Halleluja Berlin" die Gemüter nicht nur in dem besungenen Bundesland erregt. Jetzt, im neuen Programm, ist Mecklenburg-Vorpommern dran. Doch ist Grebe mitnichten ein Ossi-Hasser. Mit irrem Blick, der an Klaus Kinski in Edgar-Wallace-Filmen erinnert, und Spott attackiert der Sänger alles Provinzielle, die scheinbare Idylle, die verlogenen Lebensentwürfe einer Mittdreißiger-Gesellschaft, deren Inhalte sich beim Sushi-Abend erschöpfen. Auch musikalisch ist der Abend mit Marcus Baumgart (Gitarre, Bass) und Martin Brauer (Schlagzeug) ein echtes Kunststück ist. Das groovt und rockt, setzt scheinbar Emotionen, und stellt sich durch überraschende Wendungen jenseits des Mainstream immer wieder selbst in Frage. Zum Ende wird noch einmal Lagerfeuer-Romantik beschworen. Mit besagtem "Brandenburg"-Song nur zur Gitarre. Es ist nicht zur Nachahmung empfohlen, zumindest nicht im Berliner Umland. Berliner Morgenpost vom 10. September 2006
Tiefsinniger Schwachsinn - Rainald Grebe begeistert in der Bar jeder Vernunft Es ist dunkel wie die Nacht in der Bar jeder Vernunft, man hört Grillen zirpen. Der Abend mit Rainald Grebe steht im Zeichen der "Volksmusik". Grebe und seine beiden Gefährten, die Kapelle der Versöhnung, haben recherchiert, ja haben sich umgehört an den Lagerfeuern Europas. Diese Erfahrungen verarbeiten sie nun in ihrem neuen Musik-Comedy-Kabarett-Programm in der Bar jeder Vernunft. Die Location scheint wie gemacht für das Programm, schnell kommt Lagerfeueratmosphäre auf, das Publikum sitzt in gemütlicher Runde an den Tischen, trinkt Wein und schlemmt Eis. Vorn spricht Grebe davon, dass "Gefrierbrand und Mitmachtheater" die letzten Geißeln der Menschheit sind. Trotzdem singen die Fans immer wieder mit, ob nun beim volksmusikalischen Kanon oder aber wenn der nunmehr bekannte Hit "Brandenburg" angestimmt wird. Heute gibt es auch für Mecklenburg Vorpommern eine Hymne, diesmal dreht sich alles um die schöne Doreen, die am liebsten der mecklenburgischen Einöde entfliehen möchte. Rainald Grebe attackiert auf seine sympathisch-dadaistische Art alles Provinzielle, die nur scheinbare Idylle und die etwas eigenartigen Lebensentwürfe einer Mittdreißiger-Gesellschaft, die sich beim Sushi-Abend den Spiegel des Lebens vorhalten lassen muss. Aber auch die "Kastanienallee" in Berlin bekommt ihr Fett weg, wird sie doch als "Castingallee" bezeichnet, mit all den "Schauspielern" die sich dort treffen um zum Latte Macchiato "Projekte, Projekte, Projekte" zu machen. Der Abend wird lang, und das ist auch gut so, mal melancholisch, mal rockig, mal hat der Schlagzeuger einen Pferdekopf auf oder Grebe setzt sich ein Huhn auf den Kopf wenn er über das Single-Dasein in Berlin philosophiert. Er schafft es, gesellschaftliche Themen mit soviel Schwachsinn zu verbinden, dass es einfach Spaß macht und einen oft denken lässt "Genauso ist unsere Welt, er hat den Kern getroffen". Ein gelungener Abend der zur Wiederholung empfohlen wird! Quelle: newsBerlin
Beitrag in der BKK Taunus: Lachen ist wirklich gesund Beitrag im Spiegel 13/2006
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